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Mountainbiken rund um Wien

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Kamele und ein Berg mit vielen Gesichtern:

Gippel

(1669 m, Mürzsteger Alpen, Rundtour, 10/2001)

Kamele am Fuß des Gippels

Wenn man von Kernhof (zwischen St.Äegyd/Neuwalde und Mariazell) aus zur Nordwand des Gippels hochblickt, glaubt man einen majestätischen, unbezwingbaren 3000er vor sich zu haben. Nähert man sich ihm jedoch von eben dieser schroffen Seite her, erweist sich sein überhebliches Gehabe nach und nach als Schimäre, der Nordabsturz als harmloses Mäuerchen, sein abweisendes Gesicht als das mimetische Gebärdenspiel eines Möchtegern-Königs. Und wechselt man schließlich auf seine wiesenbedeckte Südseite, nimmt das felsige Ungetüm gar das Aussehen eines lammfrommen Hügels an. Der Gippel - ein Berg mit vielen Gesichtern eben. Aber eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Bergeinsamkeit, Panoramablicke auf die niederösterreichischen Voralpen und besinnliche Momente - der Gippel - ein Berg mit vielen versteckten Reizen. Der Gippel - auch ein Berg für die Zeiten zwischen den Zeiten. Wenn noch zuwenig Schnee für eine Skitour liegt oder zuviel für längere Bergwanderungen – er bietet allemal ein einprägsames Bergerlebnis.

Aufstieg:

2 Stunden

Wir fahren bis zum "Zögernitzer" (640m), einem Gehöft im hintersten Weißenbachtal; von dort etwa 100m taleinwärts, ehe bei einem Gedenkstein rechts eine Forststraße abzweigt. Dieser kurz gefolgt, bis links auf einer Böschung der gut markierte Gippelweg beginnt.

Den schon 1930 ausgebauten Treibsteig mäßig steil bergauf, abwechselnd durch Hoch- und Jungwald, bis schließlich der Weg nach einigen Kehren die Baumgrenze erreicht. In Serpentinen die steiler werdende nordseitige Gippelmauer hoch, ehe man kurz nach einem Marterl das Gippeltörl (1560m) erreicht, eine schmale Scharte mit Almgatter und wunderbarem Blick gegen die Sonnleitsteingruppe und die N-Seite der Schneealpe, zugleich aber auch eine markante Grenze zwischen dem abweisenden Nordabbruch und dem sanfthügeligen, von Almwiesen bedeckten Südhang des Berges. Hier zweigt der Weg zu den Halterhütten der Gippelalm (1500m; Einkehr an schönen Wochenenden fallweise möglich) ab, wir halten uns aber rechts und steigen bis nahe auf die Kammhöhe und schließlich nach einigem Auf und Ab zum Gipfelkreuz des Gippels (1669m; Vorsicht! Hinter dem Kreuz bricht die Nordwand senkrecht ab!).

Herrliche Sicht auf Göller, Schneealpe, Rax und Schneeberg und hinab auf den Talort Kernhof.

Abstieg:

3,5-4 Stunden

Wieder zurück zum Gippeltörl , den Aufstiegsweg auf die Nordseite gefolgt (30 Minuten), bis eine Forststraße erreicht wird. Diese entlang, die Abstürze unter der Gippelmauer querend, über die Reintaler Alm, bis bei einer markanten Linkskurve der Blick hinunter nach Kernhof und zum Göller frei wird. Durch Jungwald bergab auf eine Forststraße. Diese und einem Bach entlang bis zum Luegersattel. Am Luegerberg ostseitig entlang ins Weißenbachtal hinab, am Holzerhof-Gasthaus vorbei bis zum Gehöft Knollnhof (639m), von dort die Straße zum Zögernitzer zurück.

Clip einer Herbstwintertour Ende Oktober 2010



Gesamtgehzeit: 5-6 Stunden
Höhenmeter: auf/ab 1029 m
Geschichtliches: Die Einheimischen nennen die hohe Felsmauer aus hartem Dachsteinkalk mit ihrem hornartig vorspringenden Eckgipfel einfach "Güwi" - Giebel. Während der Völkerwanderung bezeichneten ihn die Alpenslawen als "Kahlkopf" - warum auch nicht, ragt unser Berg doch recht "glatzert" über die voralpine Waldgrenze hinaus - ein Berg mit vielen Gesichtern eben.
Kinder: Auch für gehfreudige (über 1000 Höhenmeter!) Kinder geeignet (ab 11). Vorsicht am Gipfel, der nach Norden hin senkrecht abbricht! Hans-guck-in-die-Luft sollte an die Leine genommen werden. Und am Ende der Tour wartet eine im wahrsten Sinne märchenhafte Belohnung: Don Kamelo ...
Tipp: Don Kamelo nennt sich ein neuer, uriger Erlebnis-Park in Kernhof, der mit vielen, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsamen Attraktionen aufwartet: Blumen-, Tier- und Naturpark, ein Felsenwirtshaus (mit Affenband und herrlichen Meeresfrüchte-Spezialitäten!), Kamelreiten, Streichelzoo (Bergziegen, Steinböcke, Rentiere ...), Sepp-Forcher- Aussichtswarte (mit großartigem Blick auf den eben bestiegenen Berg) und dem 1. Kamel-Theater der Welt: da treten Kamele als "Schauspieler" auf, singen Zwergziegen und agieren Goldhamster als Stuntmen.

Wanderer, was willst du mehr?! Unglaubliche Action in diesem versteckten Winkel Niederösterreichs!

Informationen unter: 03882/4141 oder 02768-2568; E-Mail: eder.reisen@aon.at