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Prachtpromenade

Wachauer Höhenweg

Oktober 2007

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Man muss sie ja nicht unbedingt zur Marillenblüte- oder Weinlesezeit besuchen, die Wachau, wenn es vor lauter Bussen und Touristen kein Weiterkommen gibt. Liegt sie verlassen in den letzten Herbstzügen da, und beginnen die sonst so überlaufenen Städchen am Ufer der still dahinfließenden Donau ihren Winterschlaf, und verfallen die Laubbäume in den höheren Regionen dem Goldrausch, dann, ja dann, erlebt man ganz eigene Reize, die die Wachau nur dem Spätankömmling zeigt.
Am Wachauer Höhenweg lässt sich dem UNESCO-Welterbe wunderbar hinter die Kulissen sehen. Anfangs die berühmte Ruine mit ihrem unvergleichlichen Blick auf die Donau und die malerischen Orte an ihrem Ufer, dann die sog. "Kanzel" am Vogelberg - unter Kennern als der schönste Punkt der Wachau gehandelt -, und schließlich die Weingärten um Weißenkirchen, die mit ihren Terrassen der Landschaft die so typische Note verleihen.

Anfahrt & Aufstieg

Dürnstein (209 m) – StiegenwegRuine Dürnstein (360 m) – Fesslhütte (550 m) Starhembergwarte (564 m) - Kanzel (Vogelberg, 546 m) - Pfaffental - Dürnsteiner Waldhütten - Achleitensattel - Cholerakreuz (270 m) - Weißenkirchen (224 m)

HU ca. 540 m, GZ 5 - 5 ½ Stunden

Prachtblick von der Burg Dürnstein
Prachtblick von der Burg Dürnstein

Der Wald im Goldrausch
Der Wald im Goldrausch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lukas
Die Farbenpracht der Baumallee veredelt den Marsch über die Forststraße.

Ausgangspunkt ist der Bahnhof von Dürnstein-Oberloiben. Von hier nordwestwärts zur Umfahrungsstraße, dann in das Stadtgebiet von Dürnstein (209 m). Gleich nach dem "Steiner Tor" rechts eine Gasse bergan, ehe es grün markiert über, aus rohem Stein gehauene, Treppen unter den Felsgebilden des Dürnsteiner Grates, schließlich durch Wald zur legendären Ruine Dürnstein (360 m, 30 Minuten) geht. Wir stehen mitten in den Überbleibseln einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kuenringer-Feste, wobei jedoch der Ausblick von diesem "Götterthron" über das Donautal phänomenal ist. Die Ruine muss der Harry Potter-Generation übrigens als ein märchenhafter Festsaal voller geheimnisvoller Winkel, gespenstisch anmutender Mauerdurchlässe und zauberhafter Verstecke vorkommen. Also verweilen und der Phantasie freien Lauf lassen!
Weiter grün bezeichnet am Schlossbergweg über die bewaldete Westseite des turmbespickten Dürnsteiner Grates und des Schlossberges hinauf zur Fesslhütte, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen ist. Das knisternde Kaminfeuer im Gastraum, die herrlichen Waldviertler Würste und die freundliche Bedienung durch die Familie Riesenhuber belehren uns jedoch gleich eines Besseren. Den eigentlich höchsten Punkt der Tour erreicht man übrigens auf der Starhembergwarte ein paar Minuten von der Hütte entfernt (564 m, 10 Minuten, Schlüssel in der Fesslhütte).
Gut gefüttert weiter von der Hütte nach Nordwesten Richtung Vogelberg (546 m). Einen Abstecher auf die "Kanzel", einen vorspringenden Aussichtsbalkon, wie man ihn in der Wachau kaum anderswo findet, sollte man sich nicht entgehen lassen, so schön und in seiner Ganzheit sieht man die Traumlandschaft der Wachau selten.

Auf der Kanzel
Auf der Kanzel, der schönsten Wachauer Loge

Zurück zu unserer Höhenpromenade und zur Abzweigung zum Scheibenhof. Dort nach links und blau markiert ins Pfaffental hinab. Bald beginnt ein etwa laaanger, rot markierter Forststraßenmarschierer durch die sog. Dürnsteiner Waldhütten, der allerdings von der Farbenpracht der herbstlichen Bäume und den Falkenwänden veredelt wird. Gut zum Plaudern, zum Rhythmus-Finden, zum Last-Abwerfen. Erst am Achleitensattel (Bank, 3 Stunden von der Fesslhütte) lenkt ein Waldweg nach links zum Cholerakreuz (270 m) an der Straße Weißenkirchen – Weinzierl hinab. Auf dieser Straße linkshaltend nach Weißenkirchen (224 m) und am besten mit der mehrmals täglich verkehrenden Donauuferbahn nach Dürnstein zurück.


Auch einer elendslangen Forststraße kann man etwas abgewinnen, wenn man den richtigen Weggefährten dabei hat.

Wachau

Die Wachau wurde erstmals 860 als "Uuahauua" (urgermanisch "wanhö" = Krümmung" erwähnt. Diese Bezeichnung galt für den inneren Bereich der Wachau zwischen Spitz und Dürnstein. Heute wird unter "Wachau" der Donaudurchbruch durch die Böhmische Masse zwischen Melk und Krems verstanden. Wahrscheinlich haben schon die Römer mit dem Weinanbau begonnen, in Krems wurden schon vor dem Jahr 300 Reben gepflanzt. Das einzigartige Ensemble aus Natur- und Kulturlandschaft zählt zum exklusiven Club jener Orte, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erwählt wurden.

Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 540 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 5 - 5 ½ Stunden
Beste Jahreszeit: Jederzeit möglich
Kinder: Bis zur Ruine und zur Fesslhütte mit der Warte auf jeden Fall ein unübertreffliches Erlebnis (Aufstieg über den Stiegenweg, Abstieg durch den Wunderburggraben). Der Forststraßenhatscher ist Kindern weniger zumutbar.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten: Fesslhütte (zwischen April und Oktober Mi. – So. und Feitags von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet, Winteröffnungszeiten auf Anfrage (Fam. Riesenhuber, Tel.: 02732/41277; E-Mail: riesenhuber@fesslhuette.at, www.fesslhuette.at
Karte: Freytag & berndt WK071 "Wachau, Dunkelsteinerwald, Yspertal-Jauerling"
Internet: Wachau

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