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Mountainbiken rund um Wien

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Nichts für Höhenkranke und Klaustrophobe

Anninger
Eschenkogel

Naturpark Föhrenberge, 675 m
Jänner 2006

Der ANNINGER im Winter

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Wenn es in und um Wien schneit, muss man nicht weit fahren - die angrenzenden Stadtberge zeigen sich im schönsten Winterkleid, 400 Höhenmeter machen auch schwitzen und das Hüttenfeeling im Anningerhaus unterscheidet sich in keinster Weise von jenem höher gelegener Stuben. Zudem sollte man den Naturpark Föhrenberge auch mal winters kennengelernt haben, die verborgenen Reize dieses kleinen Landschaftsbiotops zwischen Mödling und Baden treten gerade nach Neuschneefällen überaus kontrastreich und in kunstvoller Zweifärbigkeit zu Tage.


Anfahrt & Aufstieg

Hinterbrühl - Hotel Höldrichsmühle (254 m) - Kiental - Eschenbrunn Graben - Anninger Schutzhaus - Eschenkogel (Jubiläumswarte, 653 m) - Anninger (Wilhelmswarte, 675 m)

HU ca. 420 m, GZ 2 ½ Stunden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anningerhaus
Anningerhaus

Von der A 2 bis zur Ausfahrt SCS und weiter durch Ma. Enzersdorf nach Hinterbrühl. Schilder geleiten zum Hotel Höldrichsmühle (Bushaltestelle, Parkmöglichkeiten) am Ortsende. Von dort durch die Kientalgasse, bis Wegweiser zur Krausten Linde und zum Anninger Schutzhaus unterstreichen, dass der Start gelungen ist. Gemütlich weiter auf breitem und meist schon gespurten Weg durchs Kiental. Apropos gespurt: Wer die Wiener Hausberge jungfräulich, d. h. unverspurt, vorfinden will, muss blitzschnell sein, am besten sehr früh nach durchschneiten Nächten starten.

Jungfräuliche Winterlandschaft

Eine Weggabelung leitet links zum Gasthaus "Krauste Linde", rechts durch den Eschenbrunn Graben zum Anningerhaus. Dorthin wollen wir. Zuerst bunt, dann nur mehr gelb markiert Weg 43 nicht steil weiter. Ab einem Marterl am Ende des Grabens einer Jungwaldzone entlang etwas ruppiger bergan und nach gut 2 Stunden Schneestapferei beim ersten Boxenstopp, dem Anningerhaus. Mit der Stille ist's nun vorbei, in den gemütlichen Stuben geben sich Rodler, Skitourengeher und Winterwanderer ein erwärmendes Stelldichein.
Gesättigt nach etwa 10 Minuten bei der Jubiläumswarte am Eschenkogel (653 m), einem der höchsten Erhebungen des Anninger"massivs". Über Gitterrost-Treppen hochgestiegen und das winterliche Wien, den Wienerwald, die Hainburger Berge bis zum Wechsel, Schneeberg und Ötscher überblickt. Um die Liste noch zu vervollständigen: Auch das Leithagebirge, die Türnitzer Alpen und Gutensteiner Berge rücken ins Panorama.

Rundumschau von der Jubiläumswarte
Rundumschau von der Jubiläumswarte

Abstieg

Anninger (Wilhelmswarte, 675 m) - Anninger Schutzhaus - Krauste Linde (474 m) - Toter Mann - Kiental - Hotel Höldrichsmühle

HU ca. 420 m, GZ 1 ½ Stunden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontrastreiche Föhrenberge

Mit einer Aussichtswarte geben wir uns nicht zufrieden, zurück zum Anningerhaus und Richtung Baden und Rudolf Proksch Hütte einsam durch erfrischende Winterlandschaft zur etwa 20 Minuten entfernten Wilhelmswarte gestapft. Während Höhenkranke die luftigen Treppenroste der Jubiläumswarte meiden sollten, seien klaustrophobisch veranlagte Wanderer nun vor der Wilhelmswarte gewarnt: durch eine knarrende Holztür wird ein Verlies betreten, aus dem eine uralte, schmiedeeiserne Wendeltreppe durch stockfinstres Gemäuer hochführt, nur zwei bullaugenartige Gucklöcher gewähren einen Blick in die Freiheit.

Guckloch

Retour wieder am "Basislager" Anningerhaus vorbei, danach aber weiter Richtung "Krauste Linde, Husarentempel, Breite Föhre - Mödling". Der Weg zur Krausten Linde, unserer Kaffee-Einkehr, führt über eine eigens von den Wirten präparierte Rodelstrecke, die sogar bis nach Mödling hinunter führt. Also aufpassen, dass man hier nicht unsanft niedergemäht wird. Der Name der Waltrast "Zur Krausten Linde" soll von einem Herrn Kraus herrühren, der einst eine Linde hier gepflanzt haben soll. So eine Kellnerin. Nachdem mir die Antwort zu wage ist, bitte ich um nähere Auskünfte.

Deswegen heißt es, den Rodlern so schnell wie möglich das Feld zu räumen und die erstbeste Abzweigung ins Tal zurück zu nehmen. Drei Möglichkeiten bieten sich dafür an: Gleich hinter dem der Krausten Linde blau markiert oder ein Stück weiter und eine geräumte Forststraße unmarkiert am Toten Mann vorbei ins Kiental oder die Rodelstrecke noch einige Zeit entlang und über den Schöffel-Wanderweg und den Husarentempel direkt in die Kientalgasse. Allen Wegen ist gemeinsam, dass der Winter in den Föhrenwäldern wieder still und einsam beschaulich ist.


Anninger

Das Gipfel"massiv" des Anninger setzt sich aus vier Höhen zusammen: der Anninger (Wilhelmswarte) - auch Hochanninger genannt - ist mit 675 m der höchste davon. Weiters der Buchkogel und der Vierhochkogel mit seiner Richtfunkstation. Schließlich der Eschenkogel mit der Jubiläumswarte.

Die Sage "Der Eichwart am Anninger"

Am Anninger (auch am benachbarten Hühnerberge) haust eine gigantische Erscheinung, ein Geist, der sich von Zeit zu Zeit in Menschengestalt zeigt, wenn er dazu Lust und Liebe fühlt. Der Geist heißt "Eichelwart" und bekam diesen Spottnamen dadurch, dass er einst ein Mädchen entführte und dieses ihm Liebe versprach, wenn er sich in drei Tagen keine einzige Eichel rauben lassen würde. Während nun der Geist freudigst unter der Eiche Wache stand und jedes Menschenkind eiligst verscheuchte, fraß ein Eichkätzchen am Baum eine Eichel um die andere - das geängstigte Mädchen war frei. Seit dieser Zeit treibt der Geist in wilder Wut um das verlorene Mädchen sein Unwesen und schafft bald Gutes, bald Böses, von dem gar mancher schon ein Stücklein zu erzählen wusste.

Jubiläumswarte

Die 25 m hohe Eisenwarte auf dem Eschenkogel (653 m) wurde 1898 anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Josef I. als "Kaiser-Jubiläums-Warte" erbaut. Ursprünglich fand sich auf dem Fundamentsockel der Warte auch eine Unterkunftshütte, die allerdings nicht mehr existiert. Die Warte ist ganzjährig frei zugänglich.

Wilhelmswarte

Die Warte wurde 1878 vom "Verein der Naturfreunde Mödling" aus Holz gebaut. An deren Stelle trat 1887 ein steinerner Aussichtsturm, die nach dem Gönner des Vereins, Erzherzog Wilhelm (21.4.1827 - 29.7.1894), benannte Wilhelmswarte. Ganzjährig frei zugänglich.

Naturpark Föhrenberge

HolzstoßDer "Naturpark Föhrenberge" liegt am östlichen Rand des Wienerwaldes in Niederösterreich und reicht von Perchtoldsdorf im Norden bis Gumpoldskirchen. Dazwischen die Gemeindegebiete von Gießhübl, Maria Enzersdorf, Mödling, Hinterbrühl und Gaaden.
Der Name des Naturparks rührt von den vielen Schirmföhren her - auf wienerisch auch Parapluiebäume bezeichnet -, die auf dem Kalksteinboden wachsen. Als weitere Attaktion sei die Perchtoldsdorfer Heide angeführt, wo die seltenen und besonders schützenswerten Europäischen Ziesel beheimatet sind.


Schwierigkeiten:
Keine
Lawinengefahr: Keine
Höhenmeter: Etwa 420 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 5 Stunden
Beste Jahreszeit: Jederzeit möglich
Kinder: Rodeln, was das Zeug hältWer hier mit Kindern unterwegs ist, sollte den Bob, die Rodel oder zumindest einen Plastikteller bei sich haben, kann man doch vom Anningerhaus über eine präparierte Forststraße bis nach Mödling abrodeln. Ein Stück hinter der am Weg befindlichen 450 Jahre alten "Breiten Föhre" kreuzen die Rodler eine weitere Forststraße, wo links abgebogen wird. Am Schluss mündet der Forstweg in einen breiten Wanderweg (grün markiert), der die Familien zu einem Parkplatz bringt.
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste
Einkehrmöglichkeiten:

Anningerhaus
Krauste Linde

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald"
Internet:

www.anningerhaus.at