Auf
der 4. Etappe des Wiener "rundumadum"-Weges lässt sich
die Schönheit des Wienerwaldes ausgezeichnet von der Jubiläumswarte
aus erkennen. Bei klarer Sicht eröffnet sich ein Blick über
alle Wienerwaldberge bis zum Schneeberg und dem Ötscher. Weitere
Höhepunkte der Tour: Der beliebte Picknickplatz Kreuzeichenwiese,
der Gipfel des Heubergs und ein idyllischer Teich unweit der Feuerwache
Steinhof.
Anfahrt
& Aufstieg
Neuwaldegg
(248 m) - Hanslteich - Schottenhof - Heuberg (464 m) - Kreuzeichenwiese
- Jubiläumswarte - Feuerwache Steinhof
HU
ca. 250 m, GZ 2 Stunden
Der
Hanslteich in Neuwaldegg mit dem Restaurant
Die
Jubiläumswarte mit der sie umgebenden Picknickwiese
Startpunkt
Julius-Berger Gasse, Ecke Waldegghofgasse am Eingang des Schwarzenbergparks
in Neuwaldegg (17. Wiener Gemeindebezirk, Endstation Straßenbahnlinie
43, 248 m). Anfangs auf dem Stadtwanderweg 3 durch die Schwarzenbergallee,
die zu beiden Seiten von kleinen Teichen flankiert ist. Nach den zwei
markanten Obelisken, auf denen der Name "KYSELAK" eingraviert
ist (Josef Kyselak - 1795 - 1831 - machte in seiner Freizeit zahlreiche
ausgedehnte Wanderungen durch den Wienerwald. Mit einem Topf schwarzer
Ölfarbe ausgerüstet, hinterließ er auf vielen Ruinen,
Felsplatten und Brückenpfeilern seine berühmten Buchstaben
"KYSELAK") vor einer Brücke über den Alserbach
links auf einen Waldweg. Vorbei am bekannten Hanslteich mit gleichnamigem
Restaurant, dann langsam hoch entlang der stark befahrenen Amundsenstraße
bis zum Restaurant Schottenhof.
Dort wieder eingetaucht in den stillen Wienerwald. Bergauf Richtung
Kreuzeichenwiese, wo bei einer Weggabelung in nördlicher Richtung
ein breiter Trampelpfad auf den Heuberg (464 m) führt, von
wo man an besonders klaren Tagen bis zum Schneeberg sieht. Der Umweg
kostet zwar 10 Minuten, zahlt sich aber aus. Auf der Kreuzeichenwiese
geben sich Picknick-Fans, spielende Kinder, Sonnenanbeter und müßiggängerische
Stadtflüchtige ein munteres Stelldichein.
Weiter auf
breiterer Forststraße bis zur Jubiläumswarte. Auch dieses
Schmankerl sollte man sich nicht entgehen lassen: Hat man über eine
Spiraltreppe und 183 Stufen die Spitze der Warte in 483 m Höhe erreicht,
wird man mit einem 360°-Panoramablick vom Wiener Becken, über
die Hainburger Berge, das Leithagebirge, den Schneeberg bis zum Ötscher
(Infos siehe unten) belohnt. An ihrem Fuß die Wiener Waldschule,
die mit Schautafeln, Holzproben und ausgestopften Tieren einen Überblick
über den Tier- und Baumreichtum des Wienerwaldes verschafft. Neben
Stammscheiben, Wurzeln, Geweihen und weiteren angreifbaren Waldgegenständen
können in der Waldschule auch präparierte Wildtiere gestreichelt
werden.
Nun die Johann Staud-Straße übersetzt und auf gutem Weg an
einem Teich und an einer Lagerwiese vorbei bis zum Denkmal für Ferdinand
Degen (Gründer der Ottakringer Feuerwehr) gegenüber der Feuerwache
und dem Eingang zu den Steinhofgründen.
Garten(zwerg)idylle
am Rande des Schwarzenbergparks
Jubiläumswarte
Ihr
Anfang bestand in einer Warte, die der "Ottakringer Verschönerungsverein"
zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph
I. errichten ließ. Am 4. Dezember 1898 fand die symbolische Grundsteinlegung
statt, am 6. Juli 1899 wurde die "Kaiser Jubiläumswarte in
Ottakring" feierlich eröffnet. Nach dem 2. Weltkrieg war die
Warte bereits dermaßen von Rost zerfressen, dass sie 1952 baupolizeilich
gesperrt werden musste. Mit dem Neubau der Jubiläumswarte, die
mit 13 Stiegenabsätzen, 183 Stufen und einer Aussichtsterrasse
in 31 m Höhe konzipiert war, wurde am 15. August 1955 begonnen.
Am 7. September 1956 erfolgte durch Vizebürgermeister Karl Honay
und Stadtrat Leopold Thaller die feierliche Eröffnung der neuen
Jubiläumswarte.
Schwarzenbergpark
Zwischen
1768 und 1791 ließ Feldmarschall Franz Moritz Graf Lacy den heutigen
Schwarzenbergpark zu einem englischen Garten ausbauen, von dem es hieß,
er sei der größte und schönste Naturgarten Österreichs.
Teiche mit exotischen Wasservögeln, künstliche Wasserfälle,
chinesische Brücken, ein Lusthaus und viele Statuen schmückten
einst den "Naturgarten", von dem heute allerdings nicht mehr
viel übrig ist. Der Schwarzenbergpark wurde so zum ersten Landschaftsgarten
Österreichs. 1958 kaufte die Gemeinde Wien den Schwarzenbergpark
als Naherholungsgebiet und stellte das ursprüngliche Erscheinungsbild
wieder her.
Im Park befinden sich auch zwei Obelisken, auf denen der Name "KYSELAK"
eingraviert ist. Josef Kyselak (1795 - 1831) machte in seiner Freizeit
zahlreiche ausgedehnte Wanderungen durch den Wienerwald. Mit einem Topf
schwarzer Ölfarbe ausgerüstet, hinterließ er auf vielen
Ruinen, Felsplatten und Brückenpfeilern seine berühmten Buchstaben
"KYSELAK".
Neuwaldegg
Der
Name stammt von Schloss "Waldeckh", das schon 1309 urkundlich
erwähnt wurde. 1683 wurde es von den Türken zerstört.
Nach dem Ende der Ersten Wiener Türkenbelagerung erwarb der Kaiserliche
Rat Stefan Agler eine Hof- und Teuchstatt mit angrenzendem öden
Gartengrund in einem Gebiet, das zuvor Ober-Dornbach, Ober-Aigen oder
Oberes Gut genannt worden war. Agler selbst gab seinem Besitz den Namen
Neuwaldegger Hof, weswegen er 1539 den Titel "Edler zu Paumgarten
und Neuwaldegg" erhielt. Das Gut Aglers wurde immer mehr erweitert,
bis an seiner Stelle ein prächtiges Schloss entstand, das Schloss
Neuwaldegg. 200 Jahre später wurde der Besitz von Feldmarschall
Franz Moritz Graf von Lacy, einem Freund Joseph des II., erworben, der
einen englischen Landschaftsgarten anlegen ließ, an dessen höchstem
Punkt er 17 Schilfrohrhütten errichten ließ. Die prächtig
ausgestatteten Hütten, in denen allerlei Lustbarkeiten stattfanden,
wurden mit gedeckten Gängen verbunden und in der Folge Hameau (Dörfchen)
genannt. Sein Besitz ging auf die Familie Schwarzenberg über, der
ehemalige Neuwaldegger Park bekam dadurch den Namen Schwarzenbergpark.
Der Park und Schloss in Neuwaldegg verfielen über die Jahre. 1951
erwarb schließlich die Erzdiözese Wien das Schloss und ließ
es vollständig renovieren, seit 1975 dient es als Bildungshaus.
Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter:
Etwa
250 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit:
ca.
2 Stunden
Beste
Jahreszeit:
Jederzeit
möglich
Kinder:
Diese
Etappe auch von Kindern locker zu packen. Plant man auf der Kreuzeichenwiese
ein Picknick ein und klettert die Jubiläumswarte hinauf, sind auch
kindgerechte Erlebnispunkte gesetzt, die für Kurzweil sorgen.