Das
Erholungsgebiet Wienerberg, in den die 9. Etappe führt, ist an
schönen Frühlings- und Sommertagen Anziehungspunkt für
viele Wiener, und das mit gutem Grund: Das Landschaftsidyll im Herzen
Wiens erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 117 Hektar,
Sonnenanbeter finden am Ufer des weitläufigen Teichs ebenso ein
gemütliches Plätzchen wie Nordic Walker, Spaziergänger
- und Fischer. Vor der Skyline der Wienerberg City wirkt der große
Wienerbergsee beinahe wie ein Widerspruch.
Anfahrt
& Route
Anton Baumgartner-Straße (U-Bahn-Station U6, 64 A, 66 A) -
Gutheil-Schoder-Gasse - Friedrich-Adler-Weg - ErholungsgebietWienerberg - Otto-Probst-Straße (Biergasthof Chadim,
67)
GZ
ca. 1,5 Stunden
Von der
U6-Station Alterlaa über die Altmannsdorfer Straße
den Steinseeweg entlang durch eine Kleingartensiedlung, dann
links in die Gutheil-Schoder-Gasse. Auf einer Brücke über
die A23, eine der Hauptschlagadern der Hauptstadt. Dann unter der S-Bahnstation
durch, über die Computerstraße, bis es am Friedrich-Adler-Weg
rechts in das Erholungsgebiet Wienerberg geht. Aufatmen, Luft
holen, Seele baumeln lassen, beginnt doch nun eine Genuss-Promenade
wie aus dem Bilderbuch. Nachdem auch die Triesterstraße
übersetzt ist, empfiehlt es sich, den Friedrich-Adler-Weg nach
links zum Wienerbergteich zu verlassen und dort vielleicht Fischern
bei ihrem Hobby, nämlich Karpfen herauszufangen und wieder zurückzusetzen,
zuzusehen. Ihre durch nichts zu erschütternde Ruhe, ihr schelmisches
Lachen, wenn mal ein dicker Brocken an der Angel zappelt, ja der ganze
See mit seinen schilfbewachsenen Ufern - all das steckt an, macht frei,
erfüllt mit Urlaubsfeeling. Die
Skyline der Wienerberg City, die sich mächtig über den Park
erhebt, verleiht der ganzen Szenerie etwas Unwirklichliches: Seen-Idylle
hier, pulsierende Großstadt dort, so nah liegen in Wien Tief-
und Wahnsinn, Geruh- und Betriebsamkeit nebeneinander. Umrundet man
den "Teich" - ob seiner Größe mehr ein See -, trifft
man auf Sonnenanbeter, Spaziergänger, Picknicker, Sportler, Müßiggänger,
also Urlauber vom Alltag, die sich allem Schnellen, Lauten und Launischen
zu entziehen wissen.
Um zum
Endpunkt der Etappe 9 zu gelangen, zurück zum Friedrich-Adler-Weg
und ein kurzes Stück in die Otto-Probst-Straße zum
Biergasthof Chadim (Bim 67).
Wohnpark
Alterlaa
Der
Wohnpark Alterlaa wurde in den Jahren 1973 bis 1985 am Südrand
Wien als neues Wohngebiet erbaut. Insgesamt finden sich im Wohnpark
rund 3.300 Wohnungen und zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen wie 7
Schwimmbäder auf den Dächern der Hochhäuser, 7 Hallenbäder,
Saunen, Clubräume u.v.m. Der Wohnpark Alt-Erlaa gilt als eines
der typischen Beispiele für die Wohnbauplanung Ende der 1960er
Jahre in Österreich.
Friedrich
Adler
Der
Friedrich-Adler-Weg ist nach Friedrich Adler (geb. am 9. Juli 1879 in
Wien, gest. am 2. Januar 1960 in Zürich), dem Naturwissenschafter
und österreichischen Politiker der Österreichischen Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei (SDAP), benannt. 1916 erschoss er als Parteisekretär
den österreichischen Ministerpräsidenten Karl Stürgkh,
wurde begnadigt und war in den Jahren 1918 und 1919 wesentlich an der
Niederschlagung kommunistischer Putschversuche beteiligt. Von 1923 bis
1940 als (General)Sekretär der Sozialistischen Arbeiterinternationale
tätig, prägte er von 1938 bis 1945 die politische Ausrichtung
der Exilorganisation der österreichischen Sozialisten (AVOES) entscheidend.
Seine deutschnationale Einstellung machte ihn nach 1945 zur politischen
Unperson.
Altmannsdorfer
Straße
Der
Straßenzug wurde im Jahr 1894 nach dem gleichnamigen Bezirksteil
in Meidling, Altmannsdorf, umbenannt. Die Geschichte dieses Orts geht
bis in das frühe Mittelalter zurück. Als "Namensgeber"
gilt der heilige Altmann, ein Passauer Bischof. Nicht ganz so lange
dauert die Historie der Gutheil-Schoder-Gasse. Diese Straße verbindet
gleich drei Bezirke miteinander, nämlich Favoriten, Meidling und
Liesing. Benannt wurde diese Gasse 1961 nach der Opernsängerin
Maria Gutheil-Schoder, die unter Musikfreunden als gefeierte Sopranistin
bekannt ist.
Wienerberg
Der
Wienerberg ist ein Teil des einwohnerreichsten Wiener Gemeindebezirks,
Favoriten, und seit einem städtebaulichen Ideenwettbewerb in den
1980er-Jahren ein Erholungsgebiet mit einer Gesamtfläche von 117
Hektar, von denen 90 Hektar geschützt sind und 16,1 Hektar auf
Wasserflächen entfallen. Das stadtökologisch wichtige Biotop
erfüllt gleichermaßen Aufgaben des Naturschutzes und das
Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung.
Der geschützte Teil rühmt sich einer vielfältigen Flora
und Fauna, darunter auch einige der auf der Roten Liste stehenden Arten,
wie etwa der große Feuerfalter oder die europäische Sumpfschildkröte.
Neben der Spinnerin am Kreuz sind die als Vienna Twin Tower bekannten
Hochhaustürme des Architekten Massimiliano Fuksas zu einem modernen
und weithin herausragenden Wahrzeichen des Wienerbergs geworden.
Bereits zur Römerzeit wurden auf dem heutigen Gebiet des Wienerbergs
Lehmvorkommen entdeckt und zur Ziegelherstellung genutzt. 1775 ließ
Maria Theresia die erste staatliche Ziegelei auf diesem Gebiet errichten,
die 1820 zur größten Europas wurde. Als der Lehmabbau in
den 1960er-Jahren unrentabel wurde, legte man die Ziegelwerke still.
Zurück blieb brachliegendes Land und die für den Wienerberg
typischen kleinen Seen, die die ehemaligen Lehmgruben hinterließen.
Das Areal war von nun an im Besitz der Stadt Wien und wurde zur Schuttablagerung
genutzt.
Ein Ende der 70er Jahre durchgeführter städtebaulicher Ideenwettbewerb
bildete den Auftakt für die Gestaltung des heutigen naturnahen
Erholungsgebietes. 1995 erfolgte die Erklärung zum geschützten
Landschaftsteil.
1999 wurde mit dem Bau der Wienerberg City, einer Anordnung von zahlreichen
Wohn- und Bürohochhäusern rund um einen neu gestalteten See
(ehemalige Lehmgrube) und Park, begonnen. Als erstes dieser Gebäude
wurde 2001 der Vienna Twin Tower fertig gestellt.
Das Erholungsgebiet Wienerberg durchzieht ein 14 km langes Wegenetz,
das an mehreren kleinen Teichen, dem größeren Wienerberg-Teich,
Spielplätzen, an einem Streetballplatz, mehrere Fußballplätzen
und einen Beachvolleyballplatz vorbeiführt. Der Wienerberg-Teich
wird bei entsprechenden Temperaturen als Naturbadeplatz genutzt und
weist laut Untersuchungen der Stadt Wien auch eine ausreichende Wasserqualität
auf, ist jedoch derzeit nicht offiziell als solcher gewidmet.
Weiters gibt es eine eigene Hundezone, mehrere Liegewiesen, einen Heilkräutergarten,
den Biergasthof Chadim, eine Pferdekoppel sowie Laufstrecken.
Schwierigkeiten:
Keine
Gesamtgehzeit:
ca.
1,5 Stunden
Beste
Jahreszeit:
Jederzeit
möglich.
Kinder:
Diese
kurze Etappe kann Kindern ohne weiteres zugetraut werden, zumal am Ende
ja die herrliche Grünoase des Wienerbergs mit Seeufern, Spielplätzen
und weitläufigen (Spiel)Wiesen wartet.