Die
erste historisch belegte Gipfelersteigung des Großen Ararats
erfolgte am 27. September 1829 durch eine kleine Expedition, angeführt
von J. J. Friedrich Parrot jun., dem damaligen Rektor der Universität
Dorpat (Estland). Er war in Begleitung seines armenischen Führers,
dem späteren bekannten Romancier Chatschatur Abowjan, der beiden
russischen Soldaten Alexej Sdrowenko und Matwej Tschalpanow vom 41.
russischen Jägerregiment, sowie der beiden Bauern Owannes Aiwassian
und Murat Pogossian aus dem unweit des Berges gelegenen Ort Arguri.
Nach
der biblischen Überlieferung nahm der Neubeginn der Menschheit
seinen Ausgang am Berg Ararat. Irgendwann sollen unsere Vorfahren
aus der Arche geklettert sein und in die Welt hinausgezogen sein,
um "fruchtbar zu sein und sich zu mehren auf Erden" (Gen.
6, 13 ff): "Da sprach Gott zu Noah: das Ende alles
Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel
von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. Mache dir
einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verklebe
ihn mit Pech innen und außen. Geh in die Arche, du und dein
ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir zu
dieser Zeit. Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen
und sein Weibchen. Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel
sieben, das Männchen und das Weibchen, um das Leben zu erhalten
auf dem ganzen Erdboden. Denn von heute an in sieben Tagen will ich
regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen
von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe. Und die Sintflut
war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche
auf und trugen sie empor über die Erde. Da gedachte Gott an Noah
und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche
war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen.
Am siebzehnten Tag des siebten Monats ließ sich die Arche nieder
auf dem Gebirge Ararat."
Interessant,
dass der Koran, das Heilige Buch des Islam, ebenfalls vom Propheten
Nuh (Noah) und der Arche erzählt, aber von einem anderen Landeplatz
spricht: "Und es nahm ab das Wasser, die Ordnung wurde wiederhergestellt
und das Schiff hielt auf el-Cudi". Der 2124 Meter hohe Cudi-Berg
liegt allerdings an der türkisch-irakisch-syrischen Grenze.
Diese
Diskrepanzen haben den Forschergeist nicht ruhen lassen. Immer wieder
wurde nach Resten der Arche gesucht. Schon Alexander der Große
soll das Wrack aufgespürt haben. 1684 will der niederländische
Weltreise Jan Struys das biblische Schiff entdeckt und Holzstücke
als Beweis mitgenommen haben. 1916 rüstete der letzte russische
Zar, Alexandrowitsch Nikolaj II., eine große Suchexpedition
zum Ararat aus, nachdem Leutnant Roskowitzki auf einem Aufklärungsflug
auf einer Felsplatte die Arche in einem halb zugefrorenen Gletschersee
gesichtet haben wollte. Im "New Eden Magazine" berichtete
Roskowitzki über seinen sensationellen Fund: "Die Arche
enthielt Hunderte von kleinen Abteilen und daneben etliche sehr große
mit hoher Decke." Leider gingen alle Beweise sowie Fotografien
in den Revolutionswirren verschwunden.
Ebenfalls
fündig wurde der französische Industrielle Fernand Navara,
der die Überreste 1955 bei einer Kletterpartie mit seinem Sohn
entdeckt haben will. Zum Bewies brachte er tatsächlich drei Balken
mit, die aus der Zeit um 5000 bis 6000 vor unserer Zeitrechnung stammen.
Leider zeigte er niemandem den Fundort, sodass Zweifel aufkamen, ob
er sich die Hölzer nicht vielleicht woanders verschafft hat,
um sie am Ararat "wiederzuentdecken".
Die
einschlägigen Reiseführer haben sich inzwischen darauf geeinigt,
den Fund des Amerikaners David Fusold als die "wahre Arche"
anzusehen, eben jene im Bericht erwähnte Felsform eines Schiffes.
Erfordernisse
und Schwierigkeiten
Eine Erfolgsquote
von 95 % - auch von unserer Gruppe erreichten 19 von 20 den Gipfel -
unterstreicht die technische Einfachheit des Berges, wo es vor allem
auf Ausdauer, Teamwork und Höhenverträglichkeit
ankommt. Daneben ist sicheres Gehen in Schnee und
Eiserforderlich. Aber auch Trittsicherheit,
ausreichendeKondition für die bis zu 8-stündige
Gipfeletappe sowie Erfahrung im Umgang mit Eispickel und Steigeisen
sind notwendig.
Die Höhenunterschiede zum vergletscherten Gipfel des Vulkans
sind von allen Seiten gewaltig - von Südwesten über den Normalweg
sind es rund 3500 m.
Wir erlebten eine einzigartige Schönwetterperiode, wie sie selbst
unsere Guides noch nie erlebt haben. Deswegen sollte mein Bericht nicht
als REGEL angesehen werden, sondern als Ausnahme. Denn der Ararat kann
auch anders, ganz anders: nämlich mit eiskalter Schulter jedweden
Zutritt zu seinem Gipfel verwehren.
Die Marschzeiten betragen 3½ – 4 Stunden/Tag (Gipfeltag ca. 8½
Stunden) bei gemächlichem Marschtempo. Ist man mit dem Verkehrsbüro
unterwegs, wird das gesamte Gepäck auf Tragtieren mitgeführt,
man hat selbst nur einen leichten Tagesrucksack bei sich. Überdies
wird von Beginn der Reise an bis zum Gipfel für alles gesorgt,
und das in absolut verlässlicher, perfekt organisierter und aufmerksamer
Weise. Man braucht sich also um nichts anderes zu kümmern als um
den richtigen Schritt, den passenden Atemrhythmus und die Freude am
Abenteuer. Die Ararat-Tour sollte also jedem geübten Bergwanderer
möglich sein.
Klima
Das eigentliche
Thema am Ararat sind die extremen Wettergegensätze.
Das Klima im Hochland Anatoliens ist ausgesprochen kontinental, d. h.
heiß und trocken während des Sommers, kalt und schneereich
im Winter. Die Gebirgswälle im Norden und Süden des Landes
halten die feuchten Winde auf, sie regnen in den Meerregionen ab und
ziehen dann trocken über die Steppen. So gibt es während des
Sommers durchaus lang anhaltende Schönwetterperioden mit seltenen
Niederschlägen. Durch die riesige Weite des anatolischen Hochlandes
sind jedoch am exponierten Ararat heftige Winde keine Seltenheit, selbst
im Hochsommer kann es zu kurzen, aber ordentlichen Temperaturstürzen
kommen, sodass eine Gipfelversuch durchaus im Schnee verlaufen kann.
Im allgemeinen ist auf das Wetter jedoch Verlass.
Beste
Zeit für Sommertouren: Juni bis September
Visum,
Bürokratie
Erst seit 2001 ist die Südroute des Ararat für Bergsteiger
freigegeben. Da unser Berg nach wie vor in einem militärisch
kontrollierten Gebiet liegt, müssen einige bürokratische
Hindernisse
bewältigt werden: Die Besteigung ist nur für Gruppen
und mit einheimischen, lizensierten Bergführern erlaubt.
Zudem wird ein eigenes Sport-Visum verlangt, das
mindestens 3 Monate vorher beim türkischen Konsulat
angefordert werden muss. Eine kurzfristige Buchung der Ararat-Besteigung
ist deshalb grundsätzlich nicht möglich! Am besten, man
überlässt diese Rennerei einem Reiseveranstalter – wie eben
dem Verkehrsbüro
-, der weiß, was zu tun ist und worauf es ankommt. Ein bürokratischer
Fehler und man schafft es nicht einmal aus dem Flughafengelände
heraus. Die Gefahr anderer Art besteht im Umgang mit den Behörden
und der Militärpolizei vor Ort, da der Ararat in einem militärischen
Sperrgebiet liegt. Das türkische Militär überprüft
vor der Besteigung Pässe und Visum. Deswegen darf hier kein formaler
Fehler passieren. Bitte rechtzeitig für diese Tour - mindestens
3 Monate VOR Reiseantritt! - anmelden, damit sich der Verkehrsbüro-Letz
um die bürokratischen Belange kümmern kann.
Ausrüstung
Die wichtigste Frage: Sollen Steigeisen und Leichtpickel
mit? Ja. Absolut ja. Beides nimmt nicht viel Platz weg und wird
per Muli transportiert. Es schadet also nicht, sie mitzunehmen,
aber es KANN DEN GIPFEL KOSTEN, wenn der Ararat mal schlecht aufgelegt
ist und die Steigeisen zu Hause im Kasten schlummern.
Dasselbe gilt für die Bekleidung: Bloß
keine Kompromisse eingehen! Die Temperaturen können im Gipfelbereich
die Minus-10°-Marke erreichen, dazu kommt meist starker Wind,
der die Kälte noch unerträglicher macht. Auch der Schlafsack
sollte für Temperaturen bis -10° tauglich sein. Auf jeden
Fall also Daunenjacke, Daunenüberhose,
Funktionsunterwäsche einpacken. Ratsam sind
auf jeden Fall auch Schalenschuhe für die
Gipfeletappe.
Sehr
wichtig: Teleskop- oder Skistöcke
Um Zelt, Kocher, Essen und Trinken braucht man
sich – fährt man mit dem Verkehrsbüro
– nicht zu kümmern. Ein paar Müsli- oder Schokoriegel
genügen vollkommen.
Zu empfehlen sind Micro Pur-Tabletten für
die Desinfizierung des Lagerwassers, das zwar abgekocht ist, aber
dennoch Gletscherwasser bleibt.
Gute Nachricht für Handymaniacs: Einwandfreier Handy-Empfang
bis zum Gipfel! Auch die Aufladung des Akkus stellt kein Problem
dar, der Stromanschluss gleicht unserem.
Gegen leidige Magenprobleme ist leider kein eierlegendes Wollmilchkraut
gewachsen. Sensible Naturen sollten auf jeden Fall sowohl in den Großstädten
als auch am Berg selbst jedweden Salat (abgewaschen mit schlechtem Wasser),
ungeschältes Obst, fettes Fleisch und Wasser aus der Leitung meiden.
Gekochtes Fleisch und Gemüse sind uneingeschränkt genießbar.
Manche schwören auf Raki vor und nach dem Essen, auf Micro-Pur
und andere Hausmittelchen (am besten den Hausarzt wegen Präventivmittel
fragen!). Und sollte es einen trotzdem erwischen: Das gute alte Immodium
schafft schnelle und gute Abhilfe.
Tipps
für Skitourengeher
Mit
seinen gleichmäßigen, nicht allzu steilen Flanken ist der
Ararat auch ein idealerSkiberg - für begeisterte
Skibergsteiger ein großartiges, exotisches Ziel, das abgesehen
von der nötigen Kondition keine besonderen skitechnischen Fähigkeiten
erfordert. Vorausgesetzt, man ist ein einigermaßen versierter
Skibergsteiger, verlangt der Ararat kein zusätzliches Können.
Zur besseren Orientierung findet man an markanten Stellen sogar die
Markierungsstangen des Sommerwegs. Was die Akklimatisationszeit sowie
die Teilung des Anstieges in Basis- und Hochlager angeht, gelten die
selben Regeln wie im Sommer. Die Gipfeletappe kommt auf satte 1400 Höhenmeter
Anstieg.
Die beste Zeit für eine Skibesteigungen: April, Mai
Matthias
Hake: Expeditionshandbuch.
Planung, Ausrüstung, Krisenmanagement. Pietsch, ISBN 3-613-50490-1
Klaus Mees: Höhenanpassung.
Höhenkrankheiten und Risiken, Vorbereitung und Training, Bergsteigen,
Trekking, Expeditionen. Bruckmann, ISBN 3-7654-4274-7
1 Euro
= 1,75 türkische Lira (Stand September 2007). Es rät sich,
die Euros erst in der Türkei zu wechseln, und zwar in einer
Wechselstube, was billiger kommt als in der Bank, wo horrende Spesen
verlangt werden. Auch Abheben per Bankomat klappt einwandfrei. Nebenbemerkung:
Wer glaubt, in der Türkei sei das Leben billig, täuscht
sich gewaltig. Zumindest in puncto Preistreiberei ist das Land mancherorts
längst EU-reif.
Versicherung
Das
Verkehrsbüro
schließt für jeden Expeditionsteilnehmer eine Reiseversicherung
ab.
Reisen
mit dem Österreichischen Verkehrsbüro
Die
Tour wurde wie immer vom Verkehrsbüro
ausgezeichnet organisiert, da klappte alles wie am Schnürchen,
von der Logistik über die Transfers bis zur Verpflegung,
den Hotels und der Tour am Berg selbst – kein Kritikpunkt, da
gab es nicht einmal EIN Problem für eine Lösung. DasVerkehrsbüro
Ruefa-Reisen, die größte, profilierteste und
traditionsreichste Reiseagentur Österreichs, bietet sehr
preisgünstige und perfekt durchorganisierte Expeditionen
auf die Berge der Welt an. Hier achtet Bernhard Letz,
der engagierte "Manager" dieser Reisen, genauestens
darauf, dass man schnell, unkompliziert und gesund zum Berg
und wieder retour kommt.
Wer sich also nicht mit der Organisation der Tour aufhalten
und seine Zeit stattdessen in gutes Training investieren will,
ist mit dem Verkehrsbüro bestens bedient.
Mehr Infos zum Angebot >>>
Humor,
Witz und gute Laune sind die besten Waffen gegen jedwedes Ungemach
- oder das beste Problem für jede Lösung!
Fragen?
Willst
du auf den Elbrus und hast du Fragen, die hier nicht beantwortet
wurden, lass' es mich bitte wissen: >>>
Kontakt. Benachrichtige mich bitte auch, wenn mir Fehler
unterlaufen sind bzw. Daten fehlen oder sich gewisse Dinge geändert
haben!
Ansonsten
bleibt mir noch, dir alles Gute für deine Tour zu wünschen,
mach's gut und komm' gesund wieder zurück!