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Ararat
5.165 m, September 2007
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Wissen - Infos - Tipps

Der Ararat und die Arche Noah

Die erste historisch belegte Gipfelersteigung des Großen Ararats erfolgte am 27. September 1829 durch eine kleine Expedition, angeführt von J. J. Friedrich Parrot jun., dem damaligen Rektor der Universität Dorpat (Estland). Er war in Begleitung seines armenischen Führers, dem späteren bekannten Romancier Chatschatur Abowjan, der beiden russischen Soldaten Alexej Sdrowenko und Matwej Tschalpanow vom 41. russischen Jägerregiment, sowie der beiden Bauern Owannes Aiwassian und Murat Pogossian aus dem unweit des Berges gelegenen Ort Arguri.

Nach der biblischen Überlieferung nahm der Neubeginn der Menschheit seinen Ausgang am Berg Ararat. Irgendwann sollen unsere Vorfahren aus der Arche geklettert sein und in die Welt hinausgezogen sein, um "fruchtbar zu sein und sich zu mehren auf Erden" (Gen. 6, 13 ff): "Da sprach Gott zu Noah: das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verklebe ihn mit Pech innen und außen. Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht erfunden vor mir archezu dieser Zeit. Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben, das Männchen und sein Weibchen. Desgleichen von den Vögeln unter dem Himmel sieben, das Männchen und das Weibchen, um das Leben zu erhalten auf dem ganzen Erdboden. Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe. Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde. Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen. Am siebzehnten Tag des siebten Monats ließ sich die Arche nieder auf dem Gebirge Ararat."

Interessant, dass der Koran, das Heilige Buch des Islam, ebenfalls vom Propheten Nuh (Noah) und der Arche erzählt, aber von einem anderen Landeplatz spricht: "Und es nahm ab das Wasser, die Ordnung wurde wiederhergestellt und das Schiff hielt auf el-Cudi". Der 2124 Meter hohe Cudi-Berg liegt allerdings an der türkisch-irakisch-syrischen Grenze.

Diese Diskrepanzen haben den Forschergeist nicht ruhen lassen. Immer wieder wurde nach Resten der Arche gesucht. Schon Alexander der Große soll das Wrack aufgespürt haben. 1684 will der niederländische Weltreise Jan Struys das biblische Schiff entdeckt und Holzstücke als Beweis mitgenommen haben. 1916 rüstete der letzte russische Zar, Alexandrowitsch Nikolaj II., eine große Suchexpedition zum Ararat aus, nachdem Leutnant Roskowitzki auf einem Aufklärungsflug auf einer Felsplatte die Arche in einem halb zugefrorenen Gletschersee gesichtet haben wollte. Im "New Eden Magazine" berichtete Roskowitzki über seinen sensationellen Fund: "Die Arche enthielt Hunderte von kleinen Abteilen und daneben etliche sehr große mit hoher Decke." Leider gingen alle Beweise sowie Fotografien in den Revolutionswirren verschwunden.

Ebenfalls fündig wurde der französische Industrielle Fernand Navara, der die Überreste 1955 bei einer Kletterpartie mit seinem Sohn entdeckt haben will. Zum Bewies brachte er tatsächlich drei Balken mit, die aus der Zeit um 5000 bis 6000 vor unserer Zeitrechnung stammen. Leider zeigte er niemandem den Fundort, sodass Zweifel aufkamen, ob er sich die Hölzer nicht vielleicht woanders verschafft hat, um sie am Ararat "wiederzuentdecken".

Die einschlägigen Reiseführer haben sich inzwischen darauf geeinigt, den Fund des Amerikaners David Fusold als die "wahre Arche" anzusehen, eben jene im Bericht erwähnte Felsform eines Schiffes.


Erfordernisse und Schwierigkeiten

Eine Erfolgsquote von 95 % - auch von unserer Gruppe erreichten 19 von 20 den Gipfel - unterstreicht die technische Einfachheit des Berges, wo es vor allem auf Ausdauer, Teamwork und Höhenverträglichkeit ankommt. Daneben ist sicheres Gehen in Schnee und Eis erforderlich. Aber auch Trittsicherheit, ausreichende Kondition für die bis zu 8-stündige Gipfeletappe sowie Erfahrung im Umgang mit Eispickel und Steigeisen sind notwendig.
Die Höhenunterschiede zum vergletscherten Gipfel des Vulkans sind von allen Seiten gewaltig - von Südwesten über den Normalweg sind es rund 3500 m.
Wir erlebten eine einzigartige Schönwetterperiode, wie sie selbst unsere Guides noch nie erlebt haben. Deswegen sollte mein Bericht nicht als REGEL angesehen werden, sondern als Ausnahme. Denn der Ararat kann auch anders, ganz anders: nämlich mit eiskalter Schulter jedweden Zutritt zu seinem Gipfel verwehren.
Die Marschzeiten betragen 3½ – 4 Stunden/Tag (Gipfeltag ca. 8½ Stunden) bei gemächlichem Marschtempo. Ist man mit dem Verkehrsbüro unterwegs, wird das gesamte Gepäck auf Tragtieren mitgeführt, man hat selbst nur einen leichten Tagesrucksack bei sich. Überdies wird von Beginn der Reise an bis zum Gipfel für alles gesorgt, und das in absolut verlässlicher, perfekt organisierter und aufmerksamer Weise. Man braucht sich also um nichts anderes zu kümmern als um den richtigen Schritt, den passenden Atemrhythmus und die Freude am Abenteuer. Die Ararat-Tour sollte also jedem geübten Bergwanderer möglich sein.

Klima

Das eigentliche Thema am Ararat sind die extremen Wettergegensätze. Das Klima im Hochland Anatoliens ist ausgesprochen kontinental, d. h. heiß und trocken während des Sommers, kalt und schneereich im Winter. Die Gebirgswälle im Norden und Süden des Landes halten die feuchten Winde auf, sie regnen in den Meerregionen ab und ziehen dann trocken über die Steppen. So gibt es während des Sommers durchaus lang anhaltende Schönwetterperioden mit seltenen Niederschlägen. Durch die riesige Weite des anatolischen Hochlandes sind jedoch am exponierten Ararat heftige Winde keine Seltenheit, selbst im Hochsommer kann es zu kurzen, aber ordentlichen Temperaturstürzen kommen, sodass eine Gipfelversuch durchaus im Schnee verlaufen kann. Im allgemeinen ist auf das Wetter jedoch Verlass.

Beste Zeit für Sommertouren: Juni bis September

Visum, Bürokratie

Erst seit 2001 ist die Südroute des Ararat für Bergsteiger freigegeben. Da unser Berg nach wie vor in einem militärisch kontrollierten Gebiet liegt, müssen einige bürokratische MilitäranlageHindernisse bewältigt werden: Die Besteigung ist nur für Gruppen und mit einheimischen, lizensierten Bergführern erlaubt. Zudem wird ein eigenes Sport-Visum verlangt, das mindestens 3 Monate vorher beim türkischen Konsulat angefordert werden muss. Eine kurzfristige Buchung der Ararat-Besteigung ist deshalb grundsätzlich nicht möglich! Am besten, man überlässt diese Rennerei einem Reiseveranstalter – wie eben dem Verkehrsbüro -, der weiß, was zu tun ist und worauf es ankommt. Ein bürokratischer Fehler und man schafft es nicht einmal aus dem Flughafengelände heraus. Die Gefahr anderer Art besteht im Umgang mit den Behörden und der Militärpolizei vor Ort, da der Ararat in einem militärischen Sperrgebiet liegt. Das türkische Militär überprüft vor der Besteigung Pässe und Visum. Deswegen darf hier kein formaler Fehler passieren. Bitte rechtzeitig für diese Tour - mindestens 3 Monate VOR Reiseantritt! - anmelden, damit sich der Verkehrsbüro-Letz um die bürokratischen Belange kümmern kann.

Ausrüstung

  • Die wichtigste Frage: Sollen Steigeisen und Leichtpickel mit? Ja. Absolut ja. Beides nimmt nicht viel Platz weg und wird per Muli transportiert. Es schadet also nicht, sie mitzunehmen, aber es KANN DEN GIPFEL KOSTEN, wenn der Ararat mal schlecht aufgelegt ist und die Steigeisen zu Hause im Kasten schlummern.
  • Dasselbe gilt für die Bekleidung: Bloß keine Kompromisse eingehen! Die Temperaturen können im Gipfelbereich die Minus-10°-Marke erreichen, dazu kommt meist starker Wind, der die Kälte noch unerträglicher macht. Auch der Schlafsack sollte für Temperaturen bis -10° tauglich sein. Auf jeden Fall also Daunenjacke, Daunenüberhose, Funktionsunterwäsche einpacken. Ratsam sind auf jeden Fall auch Schalenschuhe für die Gipfeletappe.
  • Sehr wichtig: Teleskop- oder Skistöcke
  • Um Zelt, Kocher, Essen und Trinken braucht man sich – fährt man mit dem Verkehrsbüro – nicht zu kümmern. Ein paar Müsli- oder Schokoriegel genügen vollkommen.
  • Zu empfehlen sind Micro Pur-Tabletten für die Desinfizierung des Lagerwassers, das zwar abgekocht ist, aber dennoch Gletscherwasser bleibt.
  • Gute Nachricht für Handymaniacs: Einwandfreier Handy-Empfang bis zum Gipfel! Auch die Aufladung des Akkus stellt kein Problem dar, der Stromanschluss gleicht unserem.
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Durchfall

Gegen leidige Magenprobleme ist leider kein eierlegendes Wollmilchkraut gewachsen. Sensible Naturen sollten auf jeden Fall sowohl in den Großstädten als auch am Berg selbst jedweden Salat (abgewaschen mit schlechtem Wasser), ungeschältes Obst, fettes Fleisch und Wasser aus der Leitung meiden. Gekochtes Fleisch und Gemüse sind uneingeschränkt genießbar. Manche schwören auf Raki vor und nach dem Essen, auf Micro-Pur und andere Hausmittelchen (am besten den Hausarzt wegen Präventivmittel fragen!). Und sollte es einen trotzdem erwischen: Das gute alte Immodium schafft schnelle und gute Abhilfe.

Tipps für Skitourengeher

Mit seinen gleichmäßigen, nicht allzu steilen Flanken ist der Ararat auch ein idealer Skiberg - für begeisterte Skibergsteiger ein großartiges, exotisches Ziel, das abgesehen von der nötigen Kondition keine besonderen skitechnischen Fähigkeiten erfordert. Vorausgesetzt, man ist ein einigermaßen versierter Skibergsteiger, verlangt der Ararat kein zusätzliches Können. Zur besseren Orientierung findet man an markanten Stellen sogar die Markierungsstangen des Sommerwegs. Was die Akklimatisationszeit sowie die Teilung des Anstieges in Basis- und Hochlager angeht, gelten die selben Regeln wie im Sommer. Die Gipfeletappe kommt auf satte 1400 Höhenmeter Anstieg.
Die beste Zeit für eine Skibesteigungen
: April, Mai

Wissen: Türkei, Ararat

Satellitenbilder: Ararat

Karte: Ararat

Topografische Karte: Ararat

Höhenprofil: Ararat

Literatur:

Matthias Hake: Expeditionshandbuch. Planung, Ausrüstung, Krisenmanagement. Pietsch, ISBN 3-613-50490-1

Klaus Mees: Höhenanpassung. Höhenkrankheiten und Risiken, Vorbereitung und Training, Bergsteigen, Trekking, Expeditionen. Bruckmann, ISBN 3-7654-4274-7

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Zeitunterschied: + 1 Stunde MEZ

Währung

1 Euro = 1,75 türkische Lira (Stand September 2007). Es rät sich, die Euros erst in der Türkei zu wechseln, und zwar in einer Wechselstube, was billiger kommt als in der Bank, wo horrende Spesen verlangt werden. Auch Abheben per Bankomat klappt einwandfrei. Nebenbemerkung: Wer glaubt, in der Türkei sei das Leben billig, täuscht sich gewaltig. Zumindest in puncto Preistreiberei ist das Land mancherorts längst EU-reif.

Versicherung

Das Verkehrsbüro schließt für jeden Expeditionsteilnehmer eine Reiseversicherung ab.

Reisen mit dem Österreichischen Verkehrsbüro

Die Tour wurde wie immer vom Verkehrsbüro ausgezeichnet organisiert, da klappte alles wie am Schnürchen, von der Logistik über die Transfers bis zur Verpflegung, den Hotels und der Tour am Berg selbst – kein Kritikpunkt, da gab es nicht einmal EIN Problem für eine Lösung. Das Verkehrsbüro Ruefa-Reisen, die größte, profilierteste und traditionsreichste Reiseagentur Österreichs, bietet sehr preisgünstige und perfekt durchorganisierte Expeditionen auf die Berge der Welt an. Hier achtet Bernhard Letz, der engagierte "Manager" dieser Reisen, genauestens darauf, dass man schnell, unkompliziert und gesund zum Berg und wieder retour kommt.
Wer sich also nicht mit der Organisation der Tour aufhalten und seine Zeit stattdessen in gutes Training investieren will, ist mit dem Verkehrsbüro bestens bedient.
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Internet- und E-Mail-Adressen

Schlussbemerkung

Humor, Witz und gute Laune sind die besten Waffen gegen jedwedes Ungemach - oder das beste Problem für jede Lösung!

Fragen?

Willst du auf den Elbrus und hast du Fragen, die hier nicht beantwortet wurden, lass' es mich bitte wissen: >>> Kontakt. Benachrichtige mich bitte auch, wenn mir Fehler unterlaufen sind bzw. Daten fehlen oder sich gewisse Dinge geändert haben!

Ansonsten bleibt mir noch, dir alles Gute für deine Tour zu wünschen, mach's gut und komm' gesund wieder zurück!

Thomas

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