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Mountainbiken rund um Wien

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Fluchtpunkt Wienerwald

Hameau - Exelberg - Heuberg - Jubiläumswarte

Oktober 2004

Stimmung

Text/Bilder: Thomas Rambauske

Intro

Warum als Wiener in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nahe liegt? Ja mehr noch: Wanderungen durch den stillen und vor allem im Herbst farbenprächtigen und aussichtsreichen Wienerwald eignen sich hervorragend als kurze, aber umso ergiebigere After-Works-Touren, als kleine Fluchtmöglichkeit von der grauen Alltagswelt in die duftende, klangvolle Naturparadies an der Grenze Wiens.
Weil nicht lange angefahren und gestaut werden muss, steigt der Erholungswert solcher Kurz-Wanderungen zudem erheblich.
Die hier vorgestellte Tour verläuft durch den sog. Ottakringer Wald, der zu den beliebtesten Erholungsgebieten und Ausflugszielen der Stadt gehört. Mit seinen 192 Hektar bietet er Ausflüglern viele Möglichkeiten. Gerade für Familien mit Kindern ist er eine stille Oase abseits des städtischen Trubels.


Route

Julius-Berger Gasse-Schwarzenbergpark (248 m) - Hameau (358 m) - Exelberg (516 m)- Schottenhof (362 m)- Heuberg (464 m)- Jubiläumswarte (483 m)- Neuwaldegg

HU 390 m / GZ 3 ½-4 Stunden

 


Einer der stillen Teiche

 

 

"Wer Stärkung sucht für seine müden Sinne, wer sich nach Ruhe sehnt, nach Trost und Licht - besteige dieser Warte stolze Zinne und schau' den Wienerwald in das Gesicht", heißt es über die Jubiläumswarte in Ottakring.

Startpunkt Julius-Berger Gasse, Ecke Waldegghofgasse am Eingang des Schwarzenbergparks in Neuwaldegg (17. Wiener Gemeindebezirk, Endstation Straßenbahnlinie 43, 248 m). Anfangs auf dem Stadtwanderweg 3 durch die Schwarzenbergallee, die zu beiden Seiten von kleinen Teichen flankiert ist. Am Sportplatz Marswiese und Denkmal für Ares Ludovisi vorbei. Die erste Rast kann schon bei der Jausenstation am Eingang des Parks gehalten werden. Gleich danach linker Hand etwas versteckt der erste Teich mit Enten, daneben ein Spielplatz. Noch liegt man im Rennen mit Joggern, Mountainbikern und Spaziergängern. Bevor es auf eine Lichtung geht, nochmals ein Teich, schließlich eine Lagerwiese, die sich vor allem im Sommer großer Beliebtheit bei Grill- und Picknick-Fans erfreut. Danach endet der Asphalt und beginnt die gelb markierte sog. "Hameau-" bzw. auch "Wilhelminenberg-Strecke". Ein breiter Steig windet sich mal steiler, mal eben durch schönen Laubwald, wo der Wienerwald so ist, wie er oft umschwärmt, besungen wird: mystisch, romantisch, ein kleines Stück Paradies am Rande der Großstadt. Nach 45 Minuten erreicht man bereits das sog. Hameau, ein früheres Holländerdorf (Infos siehe unten), mit frei zugänglicher Unterstandshütte. Ein idealer Jausen- und Rastplatz! Hier verlässt man auch den nach rechts abbiegenden Stadtwanderweg 3.

Nun eben und im Genusstempo über die sanften Kuppen der Rebellen- und Roßkopfwiese, wo man die Tour abbrechen und nach links zum Schwarzenbergpark absteigen könnte.
Am Roten Kreuz überquert man die Exelbergstraße und steuert die markante Sendeanlage bei der Sophienalpe an. Über die Straße hier gleich auf den Exelberg, einem der exquisitesten Aussichtsplätze mit ebenso exquisitem Blick über Wien. Hauptorientierung ist nun die spärlich markierte Mountainbike-Strecke über Lichtungen und durch Baumalleen um den Dahaberg herum. Bei einer Lichtung bergab und gelb markiert auf einer Güterstraße um die Waldkuppe der Steinernen Lahn herum, dann einer Christbaum-Plantage entlang zum Schottenhof, einen bekannten Gourmet-Tempel (2-2,5 Stunden).

Über die Straße (Vorsicht, stark befahren!) und durch Wald in Richtung Kreuzeichenwiese, Heuberg und Jubiläumswarte.

Zusätze: Der Heuberg wäre über eine Schotterstraße in 20 Minuten erreicht, die Jubiläumswarte ebenfalls. Gerade dieses Schmankerl sollte man sich nicht entgehen lassen: Hat man über eine Spiraltreppe und 183 Stufen die Spitze der Warte in 483 m Höhe erreicht, wird man mit einem 360°-Panoramablick vom Wiener Becken, über die Hainburger Berge, das Leithagebirge, den Schneeberg bis zum Ötscher (Infos siehe unten) belohnt. Neu an ihrem Fuß die Wiener Waldschule, die mit Schautafeln, Holzproben und ausgestopften Tieren einen Überblick über den Tier- und Baumreichtum des Wienerwaldes verschafft.

Nach diesem Erlebnis wieder retour zur Kreuzeichenwiese und blau markiert in Richtung Neuwaldegg hinunter. Ein Waldsteig leitet über Lichtungen und entlang kleiner Siedlungen bis zur Promenade- und Luchtengasse. Durch diese zum gemütlichen Gasthof "Resi Tant'" und zum Ausgangspunkt zurück.


Jubiläumswarte: Ihr Anfang bestand in einer Warte, die der "Ottakringer Verschönerungsverein" zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. errichten ließ. Am 4. Dezember 1898 fand die symbolische Grundsteinlegung statt, am 6. Juli 1899 wurde die "Kaiser Jubiläumswarte in Ottakring" feierlich eröffnet. Nach dem 2. Weltkrieg war die Warte bereits dermaßen von Rost zerfressen, dass sie 1952 baupolizeilich gesperrt werden musste. Mit dem Neubau der Jubiläumswarte, die mit 13 Stiegenabsätzen, 183 Stufen und einer Aussichtsterrasse in 31 m Höhge konzipiert war, wurde am 15. August 1955 begonnen. Am 7. September 1956 erfolgte durch Vizebürgermeister Karl Honay und Stadtrat Leopold Thaller die feierliche Eröffnung der neuen Jubiläumswarte.

Das Hameau wurde auch "Holländerdörfl" genannt und bestand ursprüngliuch aus 17 kleinen Hütten mit Strohdach und rindenbedeckten Wänden. Vor jeder Hütte war nach holländischer Art ein Baum geplanzt. Die Anlage wurde 1782 von Graf von Lacy zu Jagdzwecken errichtet. Franz Moritz Graf von Lacy war Generalstabschef der österrichischen Armee und entwarf im Siebenjährigen Krieg Schlachtpläne..

Wienerwald: Für die Wiener ist dieses Natur-Kleinod DAS Ausflugs- und Erholungsgebiet schlechthin. Wanderer, Orientierungsläufer, Kletterer, Mountainbiker, Langläufer, Jogger - sie alle finden direkt vor der Haustüre ein überreiches Betätigungsfeld, etwas unschätzbar Einmaliges, um das uns eigentlich alle Hauptstädte dieser Welt beneiden müssten. Wo sonst steigt man aus der Straßenbahn aus und begegnet bald darauf einem Reh oder Fuchs? Die leichte Erreichbarkeit ud die Möglichkeit, nahtlos von der grauen Alltagswelt in die grüne Freizeitwelt einzudringen, machen den Wienerwald zu einem Fluchtpunkt par excellence.


Schwierigkeiten:
Keine
Höhenmeter: Etwa 390 in Auf- und Abstieg
Gesamtgehzeit: ca. 3,5-4 Stunden
Beste Jahreszeit: Jederzeit möglich, im Winter sogar mit Schneeschuhen bei guter Schneelage
Kinder: Für gehfreudige Kinder eignet sich diese Tour auf jeden Fall, für weniger geübte die Kurzvariante Schwarzenbergpark - Hameau - Schwarzenbergpark (2 Stunden).
Hund und Katz': Gut geeignet
Ausrüstung: Pack-Checkliste >>>
Einkehrmöglichkeiten:

Schottenhof

Karte: Freytag & berndt "Wanderatlas Wienerwald"
Internet:

www.wien.at