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Thomas Rambauske: Wienerwald-Abenteuer

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Cho Oyu
Die Göttin des Türkis in reinstem Alpinstil
Himalaya, 8.201 m, Mai 2004

Aus dem Expeditionstagebuch von Otto Harrer; Bilder: Bernhard Teischl


Wissen

Der Cho Oyu ist mit 8.201 m der sechsthöchste Berg der Erde. Er liegt wenige Kilometer westlich des Everest-Massivs. Über seinen Gipfel verläuft die tibetisch-nepalische Grenze.

Besteigungsgeschichte des Cho Oyu

1952: Edmund Hillary und George Lowe unternehmen erste Aufstiegsversuche auf der Nordwestseite. Sie erreichen "bei einem Ausflug" im Rahmen der Vorbereitung für Everest-Expedition 1953 eine Höhe von 6.850 Metern.

1954: Herbert TichyEine kleine österreichische Expedition unter der Leitung von Herbert Tichy (Bild, 1912-1987) schafft in Zusammenarbeit mit sieben Sherpas am 19. Oktober den Gipfel über die Nordwestseite. Tichy, Sepp Jöchler und Pasang Dawa gelingt der Gipfel ohne Sauerstoff - ein Meilenstein im Alpinismus.

1958: Der zweite Gipfelerfolg durch eine indische Expedition

1959: Vier Mitglieder einer internationalen Frauenexpedition kommen in einer Lawine ums Leben.

1964: Kontroverse um die dritte Besteigung durch eine deutsche Expedition. Es ist umstritten, ob der Gipfel erreicht wurde. Zwei Mitglieder sterben an Erschöpfung in Camp 4 auf 7.600 Metern Höhe.

1978: Die österreichischen Alpinisten Edi Koblmüller und Alois Furtner bezwingen spektakulär die extrem schwierige und gefährliche Südostseite. Die Besteigung erfolgte eigentlich illegal, da die Kleinexpedition über kein Permit verfügte.

1982: Reinhard Karl (D) stirbt beim Versuch den Cho Oyu von der Südseite zu besteigen in einer Eislawine.

1983: Reinhold Messner, Hans Kammerlander und Michl Dacher steigen in 20 Tagen von Luklha bis zum Gipfel (Südwestwand).

1985: Erste Winterbesteigung des Südpfeilers durch eine polnische Expedition. Damit wurde die schwierigste Route am Cho Oyu erfolgreich bewältigt.

Charakteristik - Anforderungen

Der Cho Oyu gehört zu den technisch leichten Achttausendern und gilt bezüglich objektiver Gefahren wie Lawinen oder Steinschlag als relativ sicher. Eine gute Akklimatisation ist die Voraussetzung für den erfolgreichen Weg zum Gipfel. Neben den Widrigkeiten des schnell wechselnden Wetters ist es vor allem die Höhenkrankheit, die manchem Bergsteiger einen Strich durch die Rechnung macht.
Anforderungen sind perfektes alpinistisches Allroundkönnen in Fels und Eis, Höhenerfahrung bis 6000 m, die Fähigkeit zu eigenverantwortlichen Seilschaften, Teamgeist sowie physische und psychische Stärke.

Vom sog. "Fahrer-Basislager" auf 4.900 Metern Höhe am Ende des Gyabrag-Gletschers wird mit Hilfe von Yaks das eigentliche Basislager, das Tichy-Lager, auf einer Höhe von 5.680 Metern erreicht. Dann werden in verschiedenen Abschnitten die weiteren Lager I-IV bis in 7.350 Meter Höhe errichtet. Die Schlüsselstelle liegt im steilen Eisbruch, einem 90 m hohen Steilaufschwung. Über das Gelbe Band, Firnhänge, Felsstufen und das flache Gipfelplateau geht es nach ausreichender Akklimatisation und unter günstigen Wetterbedingungen zum höchsten Punkt.