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In 40 Tagen quer durch Österreich

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Tag 16–17: Kufstein – St. Johann/Tirol
Oder wer hier der Kaiser ist!?

Seenidylle

2-Tages-Schneeschuhwanderung, Jänner 2012; Text/Bilder: © Thomas Rambauske

Der Weg von Kufstein über den Hintersteiner See, Scheffau, Ellmau bis St. Johann in Tirol ergibt eine Schneeschuhtour für Genießer, die nicht viel Risiko eingehen, aber dennoch viel Natur, Postkartenmotiven und Trapperfeeling erleben wollen ...

Tag 16: Kufstein – Locherer Kapelle – Steinerne Stiege – Hintersteiner See (882 m) – Scheffau – Ellmau

Die zweitgrößte Stadt Tirols liegt noch im Tiefschlaf, Dunstschwaden verbergen ihre wahren Reize, als wir aus dem Zug steigen und unter der Festung Kufstein Richtung Kienbergklamm unweit des Felsenkellers marschieren. Noch ist nichts anderes zu hören als hin und wieder der Pfiff eines Zuges oder das Glockengeläut einer Kirche.
Am Waldrand zwischen Stadt und Stadtberg geht’s gemütliche und eben auf eisigem Winterwanderweg gen Südwesten. Oft bleiben wir stehen, bewundern die Festung Kufstein auf ihrem 90 m hohen Felsthron, um den noch immer Nebelschwaden kreisen.
Nach 20 Minuten lenkt uns der Wegweiser nach links zur Locherer Kapelle und zum Hintersteiner See ab. Endlich beginnt damit auch unser wahres Trapperleben durch fast jungfräulichen Schnee. Wir schnallen unsere Schneeteller an und stapfen durch tiefen Wald zur Locherer Kapelle, die 1736 zur Erinnerung an die Blockade Kufsteins während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) erbaut wurde. Scheu sticht hier die Sonne durch die Baumkronen und blitzen die fernen Gipfeln desWinteridylle Kaisers herüber. In idealer Trappermanier walken wir mit größter Freude durch den Zauberwald. So sehr vertieft übersehe ich, dass ich beim Gehöft Haberger zu früh von der Straße in die Botanik einbiege und statt beim Gehöft Reher beim Aßmann in Talnähe lande. Macht auch nichts, wenn ich da nicht eine unlustige Schikane zu bewältigen gehabt hätte: Der Steilabhang zur Gaisbach Hängebrücke und der ebenso steile Gegenhang. Bei ungünstigen Verhältnissen Schneebrettgefahr! Nach dem Graben gelangen wir an ein Pferdegestüt und einen Steinbruch, um den herum wir zum Aßmann gelangen, wo wir uns Richtung Steinerne Stiege wenden – das zweite Kriterium des heutigen Tages. Denn auch die hat es in sich und sollte bei ungünstigen Bedingungen mit Vorsicht genossen werden! Im Sommer eine nette Steiganlage über Felsen entlang eines Wasserleitungsrohres, im Winter aber ein rutschiges Abenteuer mit nur minimalem Genuss- und Spaßfaktor. Schneeschuhe also abgeschnallt und hochgestemmt. Wir geraten ordentlich ins Schwitzen, zumal wir immer wieder der Versuchung erliegen, das schnelle Sommertempo einzuschlagen, was im Winter natürlich unweigerlich zu Schwitzanfällen und Erschöpfung führt. Wir schalten also zwei Gänge zurück und hanteln uns über die vereisten Stiegen hoch, bis wir unweit des Hagenhofs wieder festes Land betreten – und eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: endlose Schneewiesen, tiefblauer Himmel und in der Ferne die zauberhafte Felskulisse des Kaisers.

Kaiserkulisse

Weil sie eben da sind, folge ich anderen Schneeschuhspuren. Es erleichtert das Leben, wenn man nicht ständig spuren und den Weg suchen muss und sich stattdessen andern (Spuren) anvertrauen darf.
Langsam rückt auch der schönste Teil der Etappe in den Blickpunkt: der Hintersteiner See. Sein silberblaues Wasser hebt ihn kaum voSeenidyllem Fels der Kaiserberge ab. Eine schöne Fügung, dass am westlichen Ende des Sees die Jausenstation Oberhofer liegt und sogar offen hat (!). Wir diskutieren nicht lange und kehren ein, um uns mit warmem Tee und Suppe zu dopen. Das tut gut. Weiter und den See auf der Straße umrundet. Am anderen Ende des Sees peilen wir die Straße über Bärnstatt nach Scheffau an.
Die Bärnstattkapelle zum Leidenden Heiland ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche, daneben steht die ursprüngliche Gnadenkapelle, die bereits im Jahr 1693 erreichtet wurde. Nun rund um den Gaisberg und begleitet von toller Kulisse nach Scheffau, einer der Haupt-Destinationen am Fuß des Wilden Kaisers. Im hiesigen Trubel halten wir uns nicht lange auf und zweigen kurz nach der Pfarrkirche in die Felder ab, wo man eigens für uns ;-) eine Langlauf-Loipe + Winterwanderweg angelegt hat, auf dem wir genussvoll in die Dämmerung des langen Tages hineinwandern. Traumhaft das Bild um uns und die Ruhe, die es ausstrahlt: Die verblassende Sonne tunkt den Horizont in pastellrote Farbtöne, vereinzelt treffen wir auf Mütter, die ihre Kinder auf Rodeln heimführen, rechts über dem Hartkaiser segeln Paragleiter, all das verwischt sich, verschwimmt, eines geht in das andere über – eine derart betörende Magie erlebt nur, wer in der Dämmerung eines Winterabends unterwegs ist. Womit sich sie Frage beantwortet, wer hier dann der wahre Kaiser ist …

Dämmerung

Vom Touristenmekka Ellmau hingegen will ich nicht schwärmen, zu laut, zu voll, zu turbulent. Morgen werde ich so schnell wie möglich von hier flüchten ...

Weitere Bilder

Kufstein Lorcher Kapelle Steinerne Stiege Bärnstatt Kapelle Abendstimmung
Vergrößern durch Klick auf Bilder

Tag 17: Ellmau – Schwendt – Goinger Badesee – Hinterkaiser – St. Johann in Tirol

Nichts wie weg aus Ellmau! Ich verpacke mich so wasserdicht wie möglich, da es kalt regnet. Schon aus diesem Grund kann ich mir heute keine alpinen Experimente leisten und wähle den leichtesten aller Wege: Den Winterwander- und Loipenweg, der sich von Ellmau weg in schöner Linie bis nach St. Johann schlängelt. Es ist eine Ausruh-Etappe, nichts Besonderes, gemütlich folge ich den Langläufern auf der Schwendter-, dann auf der Pramarunde bis zum Goinger Badesee. Dort lugt erstmals an diesem Tag zaghaft die Sonne hervor. Erstmals auch montiere ich an diesem Tag die Schneeschuhe, weil es nämlich lange bergauf und durch den tief verschneiten Wald des Hinterkaiser-Gebietes geht.

SChnee

Die Kulisse des eigentlichen Kaisers lässt sich heute nur erahnen. Beim Landkaffee Hinterkaiser betrete ich denn nach 4 Stunden St. Johann in Tirol. Was mir diese Etappe gebracht hat? Ich lernte wieder die Sonnentage schätzen.

Lexikon: Kufstein

Kufstein ist eine Stadtgemeinde in Tirol, an der Grenze zum Freistaat Bayern, und der Verwaltungssitz des Bezirks Kufstein. Die Stadt liegt im Tiroler Unterland und Unterinntal und ist mit 17.388 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) nach Innsbruck die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Hintersteiner See

Der Hintersteiner See ist ein Gebirgssee im Naturschutzgebiet Wilder Kaiser und gehört zum Gemeindegebiet von Scheffau im österreichischen Bundesland Tirol.
Der 56 Hektar große und 36 Meter tiefe See ist während der letzten Eiszeit entstanden und liegt auf einer Höhe von 883 m ü. A.. Unterirdische Quellen füllen den See mit kristallklarem Wasser. Der Hintersteiner See befindet sich in Privatbesitz der Tiroler Wasserkraft AG und wird in schonender Weise zur Elektrizitätsgewinnung genutzt. Der Abfluss erfolgt in die Weißache.
Am See steht ein öffentliches Strandbad zur Verfügung. Empfehlenswert ist der einstündige Rundgang um den See, der an einigen Jausenstationen und an den schönsten Plätzen am See vorbeiführt.

Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)

Scheffau

Scheffau liegt am Fuße des Naturschutzgebietes Wilder Kaiser in 752 m Höhe im Sölllandl. Am Hintersteiner See steht im Sommer ein öffentliches Strandbad zur Verfügung. Der Ort lebt hauptsächlich vom Tourismus. So zählt die Gemeinde etwa 2.000 Gästebetten in allen Kategorien.
Quelle: Wikipedia (mehr erfahren >>>)


Ausgangspunkt:
Größere Kartenansicht
Route Tag 1:
Kufstein – Locherer Kapelle – Steinerne Stiege – Hintersteiner See (882 m) – Scheffau – Ellmau
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up 650 pfeil down 320
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 7,5–8
Schwierigkeiten/Lawinen
Im Bereich der Gaisbach Hängebrücke und der Steinernen Stiege vor dem Hagenhof ist bei ungünstigen Verhältnissen Vorsicht geboten – Schneebrettgefahr! Ansonsten ist der Weg gut markiert und unschwierig.
Route Tag 2:
Ellmau – Schwendt – Goinger Badesee – Hinterkaiser – St. Johann in Tirol
Gesamthöhenmeter:
Pfeil up 350 pfeil down 400
Gesamtgehzeit (in Stunden):
ca. 4
Schwierigkeiten:
Keinerlei Schwierigkeiten
Eignung für Kinder:
Tag 1 nur in Teiletappen geeignet, Tag 2 gut geeignet
Eignung für Hund & Katz':
Nur in Teiletappen geeignet
Ausrüstung:
Einkehrmöglichkeiten:
Jausenstation Oberhofer am Hintersteiner See
Karte:
Kompass WK 9 Kaisergebirge
Geocaches:

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